Kaffee & Gesundheit

Für viele Menschen beginnt der Morgen mit dem einschalten einer Kaffeemaschine oder eines Wasserkochers. Egal ob wir zur Arbeit müssen, die Kinder in die KiTa bringen wollen oder einfach nur eine Trainingseinheit vor uns haben – ohne Kaffe geht nichts. Warum hat Kaffee diese starke aufputschende Wirkung? Und ist Kaffee eventuell gar schädlich für die eigene Gesundheit? Den Auswirkungen des Kaffeekonsum wollen wir nun gemeinsam auf die Spur gehen.

Koffein – Aufputschmittel und Wachmacher

Der Grund warum wir morgens erst nach dem Genuss von Kaffee so richtig wach werden ist das Koffein. Der Koffeingehalt einer Tasse-Kaffee kann stark, zwischen 90 mg und 250 mg, schwanken. In der Regel liegt der Koffeingehalt eher bei 90 mg, was auch dem Koffeingehalt einer Tasse Espresso entspricht. Koffein wird individuell sehr unterschiedlich verstoffwechselt und hat dadurch eine individuell unterschiedlich starke Wirksamkeit. Dies erklärt warum empfindliche Personen bereits nach zwei Tassen-Kaffee am Nachmittag das Gefühl haben abends nicht schlafen zu können.

Koffein wirkt Konzentrations- und Aufmerksamkeitssteigernd, wobei es bei regelmäßigem Konsum zu einem Gewöhnungseffekt kommt. Die maximale Koffeinkonzentration wird nach 30 bis 120 Minuten erreicht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet eine maximaldosis von 200 mg, oder über den Tag verteilt 400 mg, als sicher für gesunde Erwachsene. Schwangere sollten jedoch nicht mehr als 200 mg verzehren. Die toxischen Effekte einer Koffeinzufuhr von 15-30 mg/kg Körpergewicht sind Herzrhythmusstörungen, Hyperglykämie und Kurzatmigkeit. Bei empfindlichen Personen kann es auch unterhalb dieser Dosen zu Herzrasen, Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen kommen. Koffein kann bei einer Unterbrechung der Zufuhr auch zu Entzugserscheinungen wie Müdigkeit und Kopfschmerzen führen. Ein Verzehr von mehreren Tassen Kaffee pro Tag ist hinsichtlich des Koffeins unbedenklich, solange keine Empfindlichkeit vorliegt. Entkoffeinierter Kaffee ist ebenfalls eine Alternative, falls man den Koffeinkonsum reduzieren möchte.

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Koffein als Dopingmittel?

Koffein hat also starke Auswirkungen auf unseren Körper und es wirkt auch leistungssteigernd. Bis zum Jahr 2004 stand Koffein auf der Antidopingliste und war für Sportler ab einer hohen Dosierung verboten. Den Effekt von Koffein dürfen Sportler seitdem aber nutzen. Eine Dosierung von 3-5 mg Koffein pro kg Körpergewicht hat einen deutlichen Effekt auf die Ausdauerleistung. Bei Wettkämpfen unter 1,5 Stunden Länge würde man das Koffein in etwa 1 Stunde vor dem Wettkampf zu sich nehmen. Bei langen Wettkämpfe wie einem Ironman oder Radrennen könnte man vor den letzten 150 Minuten die entsprechende Menge an Koffein zuführen. Dies sollten Sie jedoch nicht im Wettkampf zum ersten mal ausprobieren, da Koffein unangenehm auf den Verdauungstrakt wirken kann.

Wie wirkt Kaffee nun auf den Körper?

Koffein bewirkt durch das „wach machen“ eine der markantesten Folgen des Kaffeekonsum. Aber Kaffee, egal ob mit oder ohne Koffein, hat weitere Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Je nach Zubereitungsart können sich die Kaffeeöle Kahweol und Cafestol im Kaffee befinden. Diese Lipide sind bei ungefiltertem Kaffee, wie Mokka oder Kaffee aus der Presskanne, mit Konzentrationen von 6-12 mg pro Tasse deutlich höher als bei gefiltertem Kaffee oder Instantkaffee, welcher während der Produktion ebenfalls gefiltert wird. Gefilterter Kaffee enthält weniger als 0,6 mg Lipide pro Tasse. Untersuchungen zeigten, dass die Lipide im Kaffee zu einer Erhöhung des Gesamtcholesterin– und LDL-Cholesterinspiegels beitragen. Ungefilterter Kaffee ist demnach für Personen zu empfehlen die Probleme mit erhöhten Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegeln haben, da er keine Auswirkungen auf diese hat.

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Kaffee enthält desweiteren viele Polyphenole welche eine antioxidative Wirkung besitzen. Wie stark der gesundheitliche Effekt von Polyphenolen ist, kann aktuell noch nicht gesagt werden. Es wird aber davon ausgegangen, dass sie sich positiv auf die Gesundheit, z.B: den Blutdruck oder das Krebsrisiko, auswirken. Kaffee sollte, wenn möglich, vor und nicht zu den Mahlzeiten konsumiert werden da die Absorption der Mineralstoffe Eisen und Zink gehemmt wird.

Kaffee enthält auch gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe. So trägt Kaffee zur Aufnahme des krebserregenden Acrylamid und des Schimmelpilzgiftes Ochratoxin-A bei. Kaffeemaschinen können außerdem Blei in den Kaffee abgeben.

Die Auswirkungen von Kaffee auf die Gesundheit sind nicht einheitlich und so werden teilweise gesundheitlich positive Effekte, wie eine Reduzierung des Risikos für Typ 2 Diabetes mellitus oder Herzkreislauferkrankungen beschrieben, teilweise jedoch auch der gegenteilige oder kein Effekt. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) konnte für Kaffee eine geringfügige Senkung des Leber- und Brustkrebs ermitteln und keine Erhöhung des Blasenkrebsrisikos, wie früher berichtet wurde. Während die Erkenntnisse der Studien keine Empfehlung für einen optimalen Kaffeeverzehr zulassen, sprechen sie auch nicht dagegen Kaffee zu konsumieren. Ein moderater Kaffeekonsum von 1-3 Tassen am Tag scheint keine negativen Effekte zu haben und mit einem verminderten Risiko für Morbus Parkinson assoziiert zu sein, auch wenn der genaue Mechanismus dieser protektiven Wirkung noch nicht verstanden wird. Es empfiehlt sich jedoch den Kaffee ohne Zucker zu konsumieren, um unnötige Kalorien und eine Belastung des Insulinspiegels zu vermeiden. Außerdem sollte Kaffee, wie auch andere Getränke, nicht heißer als 65° C konsumiert werden. Höhere Temperaturen wurden als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft und erklären warum in Südamerika und Afrika häufiger Tumore in der Speiseröhre auftreten, denn dort werden Getränke üblicherweise sehr heiß konsumiert. Auch in Tierversuchen führten höhere Temperaturen zu Tumoren in der Speiseröhre.

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Kaffee trägt außerdem zur Behandlung und Prävention einer Fettleber bei. Personen die regelmäßig Kaffeetrinken haben ein geringeres Risiko eine Fettleber zu entwickeln. Wer eine Fettleber entwickelt hat, kann diese vor allem durch Gewichtsverlust therapieren. Kaffee wirkte in klinischen Studien aber ebenfalls positiv. Dazu sind 3 Tassen-Kaffee, neben Bewegung und einer Diät, ratsam. Der Effekt konnte aber nur für Kaffee und nicht für Espresso festgestellt werden.

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