Kaffee – Herkunft und Verarbeitung

Die Geschichte des Kaffees ist der Siegeszug eines Getränks, dass die ganze Welt erobert hat. Doch wo kommt das einstige Luxusgut ursprünglich her? Wie wird Kaffee angebaut und wie Nachhaltig sind die Plantagen? Diese Fragen sollen hier erörtert werden.

Ursprung und heutiges Anbaugebiet

Kaffee hat seinen Ursprung vermutlich in der Region „Kaffa“ im heutigen Äthiopien. Heute wird Kaffee zwischen dem 24. südlichen und dem 24. nördlichen Breitengrad angebaut. Diesen Korridor ober- und unterhalb des Äquators bezeichnet man deshalb auch als „Kaffeegürtel“. Länder mit viel Kaffeanbau sind Brasilien (2,8 Millionen Tonnen), Kolumbien (500.000 t), Peru und viele weitere.

Arten

Zu den Kaffeepflanzen zählen viele Arten, wirtschaftlich genutzt werden jedoch nur Coffea arabica (ca. 80 % des Anbaus) und Coffea canephora, der Robusta-Kaffee (ca. 20% des Anbaus). Der Robusta-Kaffee enthält im Vergleich zum Arabica in etwa doppelt so viel Koffein.

Anbau

Kaffee-Plantagen gibt es sowohl als Monokultur, als auch als Mischkultur. Letztere sind nachhaltiger, da dort Tiere auf den Plantagen leben können und Mischkulturen sich besser auf den Boden und die dortigen Nährstoffe auswirken. Mischkulturen findet man dabei eher bei kleineren Landwirten und im „Fair-Trade“-Anbau. Ein Kaffeebaum wird in der Regel zwischen 15 und 20 Jahren kultiviert.

rachel-clark-790186-unsplash
Kaffee-Kirschen im unreifen Zustand. Photo by Rachel Clark on Unsplash

Verarbeitung

Kaffee wird maschinell oder von Hand geerntet. Dabei unterscheidet man das pflücken und das abstreifen. Beim pflücken werden die Kaffee-Kirschen im ganzen geerntet, während beim abstreifen die Bohnen aus der Kirsche genommen werden. Die Kirsche bleibt so auf der Plantage und dient dem Boden als Dünger, so dass sich ein nachhaltiger Kreislauf ergibt. Im konventionellen Anbau mit Maschinenernte, ergibt sich dies leider nicht. Eine Kaffeekirsche ergibt im Übrigen zwei Bohnen und die süßlichen Früchte würden theoretisch einen guten Früchtetee darstellen. Dieser ist in der EU jedoch noch nicht als Lebensmittel zugelassen und für einen nachhaltigen Kaffeeanbau wäre es sinnvoll, diese nicht wirtschaftlich zu nutzen.

branches-cherries-close-up-63312
reife Kaffee-Kirschen

Nach der Ernte wird Kaffee entweder trocken, also ohne Fermentation oder nass, also mit Fermentation verarbeitet. Die noch hell grauen Kaffeebohnen, bzw. der Rohkaffee wird dann geschält und geröstet.  Unterschieden werden die kurze Röstung mit ca. 2 Minuten bei 500 °C und die lange Röstung mit 15-18 Minuten bei 200 °C. Die kurze Röstung bewirkt einen kräftigen, bitteren Geschmack, außerdem weniger Antioxidantien und vermutlich mehr Acrylamid. Die lange Röstung ergibt einen milden, vollmundigen, säuerlichen Geschmack.

Die Geschmack von Kaffee ergibt sich aus der Sorte, dem Anbaugebiet, der Röstung und der weiteren Verarbeitung.

beans-black-coffee-caffeine-894695.jpg
Rösttrommel. Photo by Juan Pablo Arenas from Pexels

Ist Kaffee „Nachhaltig“?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten und hängt von vielen kleinen Faktoren ab wie dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie Dünger und dem Transport des Kaffees. Fakt ist jedoch das Kaffee viel Wasser verbraucht. Nach den Zahlen von http://www.waterfootprint.org ist Kaffee das Gut, welches am meisten Wasser verbraucht. Mit Kaffee als Lebensmittel sollte entsprechend Verantwortungsbewusst umgegangen werden. Die Bedingungen für Mitarbeiter der Plantagen sind häufig schlecht, hier können wir durch den Kauf von Fair-Trade-Kaffee oder nachhaltigem Kaffee aus anderen Initiativen nachhelfen. Bauern erhalten nur etwa 1 € pro verkauftem Kilogramm Kaffee. Das ist eindeutig zu wenig und bei Fair-Trade Kaffee ist es in etwa doppelt so viel.

Eine weitere Möglichkeit den Kaffeekonsum nachhaltiger zu gestalten ist den Kaffee richtig zu entsorgen. Kaffee sollte niemals weggeschüttet oder weggeschmissen werden! Ein gekochter Kaffee enthält so viele wertvolle Inhaltsstoffe, dass er einen hochwertigen Dünger darstellt. Wenn Sie Ihren Kaffee also nicht austrinken, gießen Sie wenigstens Ihre Pflanzen. Kaffeesatz, inklusive des Kaffeefilters gehört auf den Kompost bzw. in die Biotonne. Das gleiche gilt im übrigen für Teebeutel. Sie sind gut kompostierbar und werten den Kompost auf. Alternativ können Sie den Kaffeesatz auch direkt auf bzw. in der Blumenerde verteilen. Einige Pflanzen-Großhändler lassen ihre Pflanzen sogar nur auf Kaffeesatz wachsen und haben damit großen Erfolg.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s