Lebensmittel des Monats November: Die Esskastanie / Marone

Auf jedem Weihnachtsmarkt gibt es einen Stand, der geröstete Esskastanien anbietet. Und obwohl dieser, meist kleine Stand, nur ein Produkt anbietet, erfreut er sich großer Beliebtheit. Esskastanien sind aber mehr als nur Snack auf dem Weihnachtsmarkt. Als saisonal und regional verfügbares Produkt eignen sich Esskastanien hervorragend als unser Lebensmittel des Monats November.

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Esskastanien kennen viele nur von Weihnachtsmärkten

Hintergrund

Esskastanien sind die Früchte der Castanea sativa, einem Buchengewächs. Sie zählen botanisch betrachtet zu den echten Nüssen und wachsen in Deutschland in den warmen Regionen, vorrangig in den Weinregionen im Süden. Esskastanien bestehen aus der braunroten Schale und dem essbaren, helleren Keimling. Unterscheiden kann man die Esskastanien grob in zwei Typen:

Kastanie Marone
rund eher eiförmig
Keimling eingekerbt weniger eingekerbt
überwiegend dunkelbraun heller und kleiner
Länger haltbar
Geschmack hochwertiger

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In Weinregionen wie der Mosel wachsen Esskastanien gutEinkauf

Frischware ist von September bis März erhältlich. Dies ist vor allem Importware aus dem Mittelmeerraum. Die größte Verfügbarkeit wird dabei in den Monaten November und Dezember erreicht. Kastanien aus Deutschland sind vor allem auf Wochenmärkten in der Zeit von September bis November erhältlich. Der November ist also die letzte Chance auf heimische frische Ware. Esskastanien werden aber auch ganzjährig, konserviert oder tiefgefroren, angeboten.

Lagerung

Wie alle Nüsse sollten Kastanien möglichst als ganze Nüsse gekauft werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu schützen. Nüsse sollten trocken, dunkel und kühl gelagert werden, damit sie nicht ranzig werden oder schimmeln. Esskastanien halten so ca. 3 Monate. Geschälte Nüsse können auch für ca. 12 Monate eingefroren werden.

Verzehr

Esskastanien  haben einen nussig-süßen Geschmack. Vor dem Verzehr sollten sie erhitzt werden, da sie roh in der Regel mehlig und bitter schmecken. Die geschmackliche Veränderung ergibt sich dadurch, dass die Stärke beim erhitzen in kürzere Malzzucker zerfällt, welche eine intensivere süße haben. Esskastanien bieten sich für alle Gerichte an. Sie sind eine gute Füllung für Gänse, sind geröstet als Snack oder Beilage, z.B: für Feldsalat, sehr lecker. Auch eine Weiterverarbeitung zu Püree, einer Creme/Mousse, Suppe oder Mehl ist möglich. Das Mehl eignet sich dabei auch als Getreideersatz, insbesondere für Zöliakie-Patienten. Geröstete Esskastanien lassen sich dabei kinderleicht selber herstellen:

Esskastanien kreuzweise einschneiden und bei 200 °C 10 – 15 Minuten rösten bis sich die Schale nach außen stülpt. Anschließend die Schale und auch die innere Haut entfernen und die Kastanien pur oder gewürzt essen.

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geröstete Esskastanien

Ein Rezept für eine leckere Maronen-Champignon-Suppe ist im „Was wir essen Blog“ des Bundeszentrum für Ernährung zu finden: https://www.bzfe.de/inhalt/maronen-nuesse-mit-unterhaltungswert-28684.html

Ernährungsphysiologische Betrachtung

Nährstoffgehalt der europäischen Esskastanie[1]

Nährstoff Esskastanie roh Esskastanie geröstet
Energie 196 kcal 245 kcal
Protein 2 g 3 g
Kohlenhydrate 44 g 53 g
Fett 1 g 2 g
Ballaststoffe ——— 5 g
Kalium 484 mg 592 mg
Zink 0,5 mg 0,5 mg
Eisen 1 mg 1 mg
Magnesium 30 mg 33 mg
Vitamin C 40 mg 29 mg

Die Esskastanie stellt sich als ein guter Lieferant für Kalium, Ballaststoffe und Vitamin C heraus. Außerdem fällt auf, dass sie im Vergleich zu anderen Nüssen viele Kohlenhydrate, vorrangig Stärke, und wenige Kalorien enthält. Mit ca. 250 kcal sind geröstete Esskastanien also nicht nur ein gesunder Snack, sondern auch eine Alternative für die Vitamin C-Zufuhr im Winter.

Nüsse sind allgemein sehr hochwertige Lebensmittel, deren positive Auswirkungen auf die Gesundheit in vielen Studien belegt wird. Esskastanien liefern zwar nicht dieselben Mengen an hochwertigen Fetten und Proteinen, aber ihr Nährstoffspektrum spricht dafür, dass sie ebenfalls ein sehr hochwertiges Lebensmittel sind.

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Fazit

Esskastanien und Maronen sind den meisten Deutschen nur als Weihnachtssnack bekannt. Das ist schade, denn die Esskastanie bietet sich als Ergänzung für viele kreative Gerichte an und sorgt für mehr Abwechslung in der Ernährung während der Wintermonate.

[1]: Nährwertdatenbank des United States Department of Agriculture 28.10.2018

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