Lebensmittel des Monats September: Der Kürbis

Kürbisse sind ein in Deutschland angebautes Lebensmittel. Kürbisse werden in den Monaten von Juni bis Februar importiert, jedoch nur in geringen Mengen. Aus dem heimischen Anbau kann man Kürbisse von Juli bis Dezember erwerben, wobei die größten Mengen im September zur Verfügung stehen, was den Kürbis zu unserem Lebensmittel des Monats September macht.

Im Jahr 2013 waren nach Zahlen der FAO China, Indien und Russland die bedeutendsten Anbaugebiete. In Europa sind die Ukraine, Spanien sowie Italien die Länder mit dem größten Kürbisanbau. In Deutschland wurden im Jahr 2015 fast 30.000 t mehr geerntet als 2006 (Quelle: Statistisches Bundesamt 2016).

Einkauf

Kürbisse sollten beim „Klopftest“ leicht hohl klingen und noch ihren Stiel haben. Die Schale der Kürbisse sollte unbeschädigt sein. Während helle Stellen an der Auflagestelle normal sind, besteht bei Druckstellen die Gefahr, dass der Kürbis weich oder sogar Faul wird. Zierkürbisse sind Aufgrund giftiger Bitterstoffe nicht zum Verzehr geeignet.

Lagerung und Verzehr

Winterkürbisse sind mehrere Monate haltbar. Dazu sollten sie kühl, trocken und durchlüftet gelagert werden. Ist der Kürbis angeschnitten, heben Sie ihn am besten im Kühlschrank auf und verbrauchen ihn innerhalb von zwei Tagen. Sommerkürbisse sollten frisch verzehrt oder nach kurzem blanchieren eingefroren werden.
Generell ist Kürbis ein Gemüse und kann deshalb sowohl roh als auch gegart verzehrt werden. Viele Kürbissorten haben dabei keine essbare Schale. In Deutschland werden Kürbisse häufig als Suppen zubereitet, oder als Bestandteil von Salaten bzw. Pfannengerichten verzehrt. Rezeptbeispiele finden Sie beispielsweise bei  „in- Form“ [1]. Im Handel findet sich eine Vielzahl an Sorten, von denen ich Ihnen einige beliebte vorstellen möchte:

  • Hokkaido-Kürbis: Zeichnet sich durch einen nussigen Geschmack aus und wird häufig in Suppen oder im Ofen gegart zubereitet. Seine Schale wird beim Kochen weich, weshalb er nicht geschält werden muss.
  • Butternuss-Kürbis: Die Unterart des Moschus-Kürbis hat einen würzig-nussigen Geschmack und wird sowohl roh als auch gegart verzehrt. Er zeichnet sich durch seine Birnenform und helle Schale aus.
  • Bischofsmützen-Kürbis: Aufgrund seiner Form wird dieser Kürbis gefüllt angerichtet. Seine Schale ist nicht essbar.
  • Spaghetti-Kürbis: Wird dieser Kürbis im ganzen gekocht, bilden sich in seinem Inneren Fäden, welche sich herauskratzen und als Spaghetti servieren lassen. Seine Schale kann mit gegessen werden.
  • Patisson-Kürbis: Der Pattisson wird auch Ufo genannt und ist eine der frühen Sorten. Er lässt sich nicht lange lagern.
  • Zucchini: Auch die Zucchini ist ein Kürbisgewäch. Neben der bekannten grünen Variante, gibt es auch gelbe Sorten. Sie sind von Juni bis Oktober aus dem heimischen Anbau erhältlich und werden außerdem von Oktober bis Juni in großen Mengen importiert.

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Rezeptideen

Kürbis-Pasta

  • Einen ganzen Spaghettikürbis kurz abspülen und anschließend, z.B: mit einem Schaschlikspieß, mehrere Löcher in den Kürbis stechen, damit er schneller gart. Den Kürbis in einem Topf mit Wasser bedecken und bei mittlerer Hitze in etwa 30 Minuten garen. Gibt die Schale beim drauf drücken nach, ist der Kürbis fertig. Den Kürbis nun in zwei Hälften zerteilen und harte Fasern sowie Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch herausnehmen und in eine Schüssel geben. Dort sollte es von alleine zu feinen Spaghetti zerfallen.
  • Die Kürbis-Spaghetti mit etwas Rapsöl, Parmesan sowie Pinienkernen vermischen.
  • Dadurch ergibt sich eine glutenfreie und kohlenhydratarme Möglichkeit Pasta zu essen.
  • Alternativ passt auch Tomatensauce sehr gut zum Spaghettikürbis.

Butternut-Kürbis-Püree (vegan)

  • Den Kürbis mit einem scharfen Messen vierteln. Stielansatz abschneiden und mit einem Löffel alle Kerne entfernen. Als letztes die Schale vom Fruchtfleisch trennen. Die Vorbereitung ist damit abgeschlossen und es bleiben mehrer Möglichkeiten.
  1. Den Kürbis zusammen mit einigen Kartoffeln in Salzwasser kochen. Das Kochwasser abgießen und das Gemüse anschließend mit veganer Margarine und ungesüßtem Soja-Drink sowie etwas geriebener Muskatnuss zu einem Püree stampfen. Durch den Kürbis wird das Püree etwas würziger, da er einen leicht nussigen Geschmack hat.
  2. Den Kürbis in kleine Stäbchen schneiden und einer Auflaufform verteilen. Nach Bedarf einige Kartoffeln in Stäbchen  derselben dicke schneiden und ebenfalls in die Auflaufform legen. Die Kartoffeln können sowohl geschält als auch ungeschält, dann aber gründlich gewaschen, verwendet werden. Das Gemüse mit Salz, schwarzen Pfeffer, gehackten Knoblauchzehen, Rapsöl und Rosmarin vermischen. Wer es etwas würziger mag kann auch Garam Masala oder Chakalaka zum würzen verwenden.  Alles zusammen 50 bis 60 Minuten im Ofen bei 170 ° C Ober-/Unterhitze garen.

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Kürbis-Nährwerte

Wie die meisten Gemüsesorten enthalten auch Kürbisse viele wertvolle Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe bei gleichzeitig niedriger Energiedichte.

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Butternut-Kürbis

Cucurbitacine

Cucurbitacine sind giftige Bitterstoffe. Sie können Übelkeit, Magenkrämpfe, Erbrechen und Schleimhautreizungen auslösen. Allerdings können sie bei empfindlichen Personen auch zu Kreislaufversagen und Tod führen. Gezüchtete Kürbisse enthalten in der Regel kaum Cucurbitacine, da diese herausgezüchtet wurden. Beim privaten Anbau in einem Garten, in welchem Zier- und Speisekürbisse vorkommen, ist eine Belastung mit Cucurbitacinen aber nicht auszuschließen, da Zierkürbisse diese Bitterstoffe in hohen mengen enthalten. Diese Stoffe sind nicht Hitzeempfindlich, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, dass sie einen Kürbis roh probieren sollten, um einem bitteren Geschmack auszuschließen. [3]

Kürbisprodukte

Aus Kürbissen werden Kürbiskerne und das Kürbiskernöl gewonnen. Kürbiskerne kommen häufig als Salatganitur, beim Backen oder als Snack zum Einsatz. Für einen Liter Kürbiskernöl werden in etwa 3 kg Kürbiskerne benötigt. Dies entspricht circa 35 Kürbissen. Kürbiskernöl ist ein hochwertiges kalt gepresstes Öl, welches sich hervorragend für kalte Speisen eignet. Es sollte dunkel und kühl gelagert werden und zeichnet sich durch eine hochwertige Zusammensetzung der Fettsäuren und einen hohen Vitamin-E-Gehalt aus.

Fazit

Der Kürbis ist ein spannendes Lebensmittel. Er eignet sich für diverse abwechslungsreiche Gerichte und bietet viele wertvolle Inhaltsstoffe. Kürbisse sollten demnach nicht nur als Halloween-Deko genutzt werden.

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[1]: In-Form ist die Abkürzung für „Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und Bundesministeriums für Gesundheit. https://www.in-form.de/

[2]: Nährwertdatenbank des United States Department of Agriculture

[3]: Mitteilung Nr. 027/2015 des BfR vom 4.9.2015

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. FG sagt:

    Sehr passend! Lecker und hilft dabei, lange Transportwege Von Nahrunhsmitteln einzugrenzen.

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    1. Maik Sührer sagt:

      Genau. Und kurze Transportwege verbrauchen weniger Ressourcen. Außerdem sind die Lebensmittel frischer

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